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16Apr

Bochum dreht am Rad – Klocke ist dabei

AK-BORad

16Apr

Veranstaltung “Intelligent Mobil” – Stärkung von Alternativen zum Auto

VA Nahmobilität2Bei der gutbesuchten Veranstaltung stand die Stärkung von Alternativen zum Auto im Mittelpunkt, sowohl in urbanen Zentren wie im ländlichen Raum. Mobilitätsmanagement in seinen verschiedenen Facetten wurde durch konkrete Projekte aus verschiedenen Landesteilen thematisiert: Am Beispiel des Rhein-Sieg Kreises wurde ein flächendeckendes ÖPNV-Netz diskutiert, die AGFS (Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte-Kreise) stellte vom Land geförderte Radverkehrskonzepte und den Aktionsplan Nahmobilität vor und ein Carsharing-Unternehmen formulierte Thesen für den Ausbau von Leihwagen-Systemen in Mittelstädten und in ländlichen Räumen.VA Nahmobilität

10Apr

Landtag intern: Portrait über Arndt Klocke

Plenum aktuellArndt Klocke wird gleich von Ostwestfalen-Lippe erzählen, aber zunächst sieht er die beiden Polizisten am Tresen des Landtags-Cafés stehen.

Sie grüßen ihn freundlich wie einen Bekannten. „Alles wieder in Ordnung“, ruft der Grünen-Parlamentarier hinüber. Einige Tage zuvor hatte es Irritationen gegeben, als Klocke draußen den Landtag mit seinem Smartphone fotografierte. Beamte hielten ihn an und verlangten die Personalien, aus Sicherheitsgründen, Terrorverdacht.

Der Abgeordneten-Ausweis genügte nicht; er musste seinen Personalausweis vorzeigen. Die Polizisten prüften lange und schienen streng gewesen zu sein. Jedenfalls fühlte sich der verkehrspolitische Fraktionssprecher von der Staatsmacht schikaniert und ging danach seinerseits auf Konfrontation. Die Lokalzeitungen berichteten. Dann sprachen sich Klocke und der Polizist im Landtag aus. Sogar Düsseldorfs Polizeipräsident war mitgekommen, um die Angelegenheit gütlich beizulegen. Seitdem ist die Sache geklärt, und Klocke hat demonstriert, dass er sich wehrt. Eigentlich ist er ein freundlicher, umgänglicher Mensch. Um ihn besser zu verstehen, will Klocke zunächst von Ostwestfalen-Lippe erzählen, unbedingt; dort hat ja alles begonnen. Er hat schöne Erinnerungen an seine Kindheit; wie er als kleiner Junge im Büro seines Vaters, dem sozialdemokratischen Stadtkämmerer von Vlotho, spielen durfte; wie er auf dem Bauernhof mit Schweinen und Hühnern lebte, den seine Eltern im Nebenerwerb führten; wie er durch Schülersprecherin Tina an die GRÜNEN geriet.

Es klingt wie eine Bullerbü-Kindheit. Als Klocke weiter über seine Heimat spricht, passiert etwas Beunruhigendes: Vlotho schrumpft auf die Größe eines Schuhkartons zusammen, der weite Horizont wirkt künstlich, wie eine Fototapete an hohen Wänden; man spürt die Geborgenheit der Provinz plötzlich wie einen Klammergriff. 1991 wird Klocke Mitglied bei den Grünen, ausgerechnet jener junge Mann aus sozialdemokratischem, konservativem Elternhaus. Vor dem Abitur wird sich Klocke zudem seiner Homosexualität bewusst, da ist an ein Bleiben ohnehin nicht mehr zu denken. „Ich habe mich damals nicht falsch gefühlt, aber allein“, erinnert sich Klocke.

Er geht 1992 zum Studieren nach Münster; die Stadt ist größer, freier und vor allem weit genug weg von zu Hause. „Ich habe mich für Münster entschieden, weil ich raus wollte. Ich wollte für das Studium wegziehen“, sagt Klocke. Er studiert Germanistik und Geschichte auf Lehramt, wird mit dem großen Latinum konfrontiert und wechselt in einen Magister-Studiengang, Politik-, Sozialwissenschaften, Geschichte. Klocke ist politisch aktiv in den Studentengremien, gründet den Landesverband der Grünen Jugend NRW mit. 1996 darf er ein Praktikum in der Grünen-Landtagsfraktion machen und erfährt, wie Politik gemacht wird, auch hinter den Kulissen. „Ich war richtig angefixt und sah meine berufliche Zukunft in der Politik“, sagt Klocke. Man merkt an seinen Erzählungen, wie das Studium immer mehr in den Hintergrund gerät. Als der Bundestag von Bonn nach Berlin umzieht, bekommt Klocke das Angebot, das gemeinsame Wahlkreisbüro von Kerstin Müller und Volker Beck in Köln zu leiten. „Ich dachte damals, ich kriege das Studium irgendwie noch organisiert.“ Nach dem Umzug in die Domstadt bemüht er sich, doch den Abschluss macht er nicht mehr. „Ich hadere damit nicht, aber ein wenig bereue ich es schon“, sagt Klocke. Es werden andere Dinge wichtiger, auch neben der Politik. Er gründet eine alternative Filmreihe unter dem Motto „Grünes Kino“. Und er lernt seinen heutigen Lebenspartner Sven Lehmann kennen.

Sein persönliches Ziel bleibt der Landtag: 2005 bekommt er einen aussichtsreichen Listenplatz, doch da geraten die Grünen ins Umfragetief; Klocke schafft es nicht. Es ist nur ein schwacher Trost, dass er mit fast 19 Prozent das landesweit beste Direktwahlergebnis bekommt. Klocke wird Tandem-Chef der NRW-GRÜNEN. Der Einzug in den Landtag gelingt ihm 2010, und zwei Jahre später wieder bei der vorgezogenen Landtagswahl. „Vor zehn Jahren hätte ich gesagt, dass ich genau das machen will, was ich jetzt mache“, sagt der Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses.

Man hat den Eindruck, dass er zufrieden ist, so als sei er endlich angekommen. Auch in anderer Hinsicht. Vor einiger Zeit hat er ein besonderes Coming-out gewagt. Erst die „Rheinische Post“, dann die „taz“ berichten über seine Partnerschaft mit Sven Lehmann, der von ihm den Grünen-Landesvorsitz übernommen hat. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, weil es öffentlich kaum bekannt war und weil wir Gerüchte vermeiden wollten“, sagt Klocke. Man kann es wie eine Befreiung verstehen. Manchmal, wenn Arndt Klocke nach Vlotho reist, zurück in die Vergangenheit, dann freut er sich auf seine Heimat. Aber er ist auch erleichtert, dass er nicht geblieben ist. Kristian Frigelj

(Quelle: Landtag Intern, Ausgabe 4, 45. Jahrgang, S. 19. Mit freundlicher Genehmigung der Pressestelle des Landtags NRW. Die Gesamtausgabe ist hier zu finden)

08Apr

Eröffnung der Plakatausstellung “Schule ohne Homophobie”

Schlau NRW

Heute Vormittag eröffnete Ministerin Sylvia Löhrmann die Plakatausstellung “Schule der Vielfalt. Schule gegen Homophobie” im Rahmen der Hirschfeld Tage im Schulministerium NRW. Kölner BerufsschülerInnen haben sich in ihren Kursen im vergangenen Herbst intensiv mit Thema Gleichstellung und Diskriminierung von LSBTTI auseinander gesetzt, die 15 besten Motive werden in den nächsten Woche im Foyer des Düsseldorfer Ministeriums an der Völklinger Straße zu sehen sein.

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