Klocke eröffnet Ausstellung „Forschungszentrum Jülich – 60 Jahre Forschung im Zentrum“

forschungszentrum-juelich2Die Ausstellung „60 Jahre Forschung im Zentrum“ ist am Dienstag im Düsseldorfer Landtag feierlich eröffnet worden. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums, Karsten Beneke, begrüßte die Gäste gemeinsam mit Arndt Klocke, dem Vorsitzenden des Landtagsausschusses für Innovation, Wissenschaft und Forschung.

Die Ausstellung ist eine Adaption der Ausstellung „60 Jahre Forschung im Zentrum“, die am Tag der Neugier im Foyer des großen Hörsaals eröffnet wurde. Drei große Präsentationswände geben in der Bürgerhalle Einblick in die Geschichte und Entwicklung des Forschungszentrums während der letzten sechs Jahrzehnte.

Mit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 trat eine endgültige Zäsur auch im Forschungszentrum ein. Die Gesellschafter Bund und Land beschließen, die nukleare Sicherheitsforschung in Jülich schrittweise abzubauen. Nachdem schon im Jahre 1985 der Forschungsreaktor stillgelegt wurde, wird 1988 auch der Versuchsreaktor abgeschaltet.

Die Verabschiedung von der nuklearen Forschung bedeutete aber mitnichten das Ende des Wissenschaftsstandortes Jülich. Mit seiner Umbenennung zum Forschungszentrum Jülich folgte er dem Motto: „Eine freie Gesellschaft darf sich von Forschungsergebnissen distanzieren aber niemals von der freien Forschung als solche.“

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Die Forschung in Jülich konzentrierte sich zukünftig auf die Schwerpunkte Materie, Energie, Informationstechnologie, Leben, Erde und Umwelt, kurz „MEILE“, wie er vom ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Prof. Treusch getauft wurde. Mit dem Schlagwort „Systemforschung“ wird in dem Forschungszentrum ein weiterer neuer Ansatz verfolgt. Ergebnisse aus Projekten und Arbeitsgruppen fließen zusammen, um Erkenntnisse in komplexe Kontexte einzuordnen, zu verstehen und zu bewerten. Profilgebende Schlüsselkompetenz wird das wissenschaftliche Rechnen mit Supercomputern. Mit ihnen lässt sich die Simulation als dritte methodische Säule neben Experiment und Theorie etablieren.

Die Jülicher Radiochemie spezialisiert sich auf pharmazeutische Anwendungen und entwickelt bildgebende Methoden und Geräte, die „in das Gehirn hineinschauen lassen“ und neuartige „Hirnschrittmacher, die einen Meilenstein in der Neurowissenschaft darstellen. Auch in der Biotechnologie geht man neue Wege. So erforschen Jülicher Wissenschaftler in einer Algenversuchsanlage, wie sich mit Hilfe von Mikroalgen und Bakterien Abwässer reinigen lassen und die entstehende proteinreiche Biomasse aus Algen und Bakterien zu Tierfutter verarbeitet werden kann.

Für die Entdeckung des GMR-Effektes am Jülicher Institut für Festkörperforschung, der die Speicherkapazitäten von Computerfestplatten revolutionär erweitert hat, erhält Peter Grünberg im Jahre 2007 den Physik-Nobelpreis.

Mit dem vollständigen Ausstieg aus der Kernenergie nach der Katastrophe von Fukushima 2011 fokussiert sich die Umweltforschung in Jülich jetzt auf die effektive Nutzung von erneuerbaren Energien.

Ein Besuch der Ausstellung in der Bürgerhalle des Landtags ist bis Samstag, 26. November, täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr möglich. Nötig ist dazu eine vorherige namentliche Anmeldung im Veranstaltungsreferat des Landtags bei Simone König unter Tel.: 0211 884-2129.

Weitere Informationen:

Online-Version der Ausstellung „60 Jahre Forschung im Zentrum“

 

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