Grün-soziale Gründerszene stärken, nachhaltige Wohnformen ausbauen

Was ist eigentlich Social Entrepreneurship? Wie sehen aktuelle CRS-Modelle aus und was hat das mit alternativen Wohnprojekten zu tun? Dr. Birgit Beisheim und Arndt Klocke luden am 3. Februar 2017 mit der Veranstaltung „Die Anders-Gründer – neue Wege der sozialen Ökonomie“ dazu ein, diese und weitere Fragen zu diskutieren.

Gemeinsam mit dem Social Impact Lab Duisburg, dem CSCP, dem Paritätischen NRW und Umweltminister Johannes Remmel diskutierten die Teilnehmenden Rolle und Bedeutung der grün-sozialen Gründerszene und ihr Verhältnis zur traditionellen Wohlfahrtspflege. Einig war man sich darin, dass die Herausforderungen unserer Zeit nur gemeinsam erfolgsversprechend angegangen werden können. Umweltminister Remmel betonte, die Umweltwirtschaft sei eine Querschnittsbranche, die NRW als erste definiert habe. „Schon heute ist die Umweltwirtschaft in NRW breit aufgestellt und gehört zu den Schlüsselbranchen. Unternehmen überall im Land stellen sich mit innovativen Technologien, ökologischen Produkten und teilweise auch gemeinwohlorientierten Dienstleistungen auf diesen Markt der Zukunft ein. Zudem sind in der Umweltwirtschaft bereits 346.000 zukunftsfähige Arbeitsplätze in NRW entstanden. Kürzlich hat die Landesregierung einen Masterplan für die Umweltwirtschaft in NRW mit rund 100 Maßnahmen, Projektideen und Anregungen beschlossen. Davon können auch gemeinwohlorientierte Gründerinnen und Gründer profitieren.“

Die Bildungsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Silvia Löhrmann besuchte die Veranstaltung, um sich den Gründerpitch – die Präsentation von neuen Projekten aus den Bereichen Bildung, Umwelt und Integration – anzusehen (Mehr zu den einzelnen Projekten unter: http://duisburg.socialimpactlab.eu/community).

In einem zweiten Block ging es um die Bedeutung innovativer Wohnprojekte. Heinz Hücking von der WohnBundberatung NRW gab zunächst einen Überblick über die alternative Wohnlandschaften in NRW, Vorteile und Herausforderungen der verschiedenen Wohnformen und stellte heraus, dass innovative Wohnformen wirtschaftliche Innovationen sind. Anschließend stellten sich zwei Projekte vor. Zunächst zeigte Wolfgang Nötzold das Leben im Generationenkulthaus Essen und anschließend berichtete Jörg Heynkes, Gründer der VillaMedia und Vizepräsident der IHK Wuppertal über das Klimaquartier Arrenberg, dass sich vorgenommen hat bis 2030 klimaneutral zu werden.

Dr. Birgit Beisheim resümierte abschließend: „Die Politik hat offensichtlich noch eine Lernkurve zu absolvieren. Die Ideen und das Engagement einer großen Szene von Projekten und Unternehmen, die Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen anbieten und erforschen ist längst da und muss auch in der Förderung stärker berücksichtigt werden. Wir brauchen eine echte Transformation der Gesellschaft. Um die voranzutreiben braucht es alle – Genossenschaften, Wohlfahrtspflege und neue Gründer*innen.

Arndt Klocke fügt hinzu: „Nachhaltigkeit sollte sich auf ökologische, ökonomische und soziale Aspekte beziehen. Wir haben hier beispielhaft Gebäude und ganze Quartiere in NRW kennengelernt, in denen das bereits heute gelebt wird. Es geht dort um ressourcenschonendes Wohnen, Arbeiten und Leben – und vor allem darum, sich gegenseitig zu unterstützen und voneinander zu lernen. Ich bin überzeugt, dass Projekte dieser Art die Urbanität dieses Jahrhunderts prägen werden.“

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld