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28Sep

Sigi Pop und das Bionade-Phänomen

Angesichts guter Umfragewerte und Wahlergebnisse für Grün meinte SPD-Chef Gabriel beim Bundesparteitag in Berlin die Grünen als „Wohlfühl-Partei“ abkanzeln zu müssen; es lasse sich mit „Bionade und Latte Macciato schließlich das Land nicht regieren.“

Noch weiter gehen er und andere SPD-Spitzenfunktionäre im „Spiegel“ dieser Woche. Offensichtlich scheint die positive Stimmung zwischen Rot und Grün nach der gemeinsam gewonnenen NRW-Wahl von SPD-Seite deutlich in Frage gestellt zu sein.

So sagt Andrea Nahles, SPD-Generalsekretärin, im „Spiegel“: „Die Grünen wollen uns den Status der Volkspartei absprechen!“ Gegenfrage: Wer soll das bitte von Grüner Seite wann getan haben?! Selbst von Bayrischen, Thüringer oder Sächsischen Grünen ist mir so etwas noch nicht zu Ohren gekommen und die hätten immerhin Grund dazu.

Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD im Bundestag, setzt noch eins drauf, in dem er ausführt: „Ob die Grünen für das harte Regierungsgeschäft taugen, diesen Beweis müssen sie noch erbringen.“ Zunächst fragt man sich, ob hier für den Artikel nicht versehentlich ein Zitat aus den frühen achtziger Jahren vertauscht wurde. Aber im Ernst: Nachdem Grüne in 10 (von 16) Landesregierungen gesessen haben oder (aktuell in 4 LR.) sitzen, sieben Jahre im Bund regiert wurde und zahlreiche (Groß-)Städte und Landkreise seit vielen Jahren in Grüner Mitgestaltung sind (zB. darunter seit 20 Jahren durchgehend München, Deutschlands drittgrößte Metropole), wirkt dieser Vorwurf Oppermanns einfach nur peinlich. Grad wir Grünen, die gleich in der ersten Legislatur im Bund die beiden Auslands-Einsätze der Bundeswehr mitgetragen haben; die zehn Jahre in NRW trotz Clement und Garzweiler II das Regierungsgeschäft vorangebracht haben und in der Verantwortung im Bund die entscheidende Triebfeder für Erfolge wie das Erneuerbare Energien-Gesetz, den Atomausstieg, den Verbraucherschutz, das moderne Staatsbürgerschaftsrecht und die Homo-Ehe etc. waren brauchen in Sachen „Regierungsgeschäft“ keine Nachhilfe.

Das sehen auch die WählerInnen so. Laut Umfragen sehen uns weit über 70% als Gestaltungspartei und 85% unserer eigenen WählerInnen wollen das wir Regierungsverantwortung anstreben.

Sigmar Gabriel rundet den Reigen der Grünen-Beschimpfung schließlich ab, in dem er „die Grünen davor warnt, einen eigenen Kanzlerkandidaten aufzustellen. Dieser Versuch würde so enden wie damals bei Guido Westerwelle.“ Gegenfrage: Wann hat wo irgendein Spitzen-Grüner aus dem Bund oder den Ländern auch nur ansatzweise so etwas in die Diskussion gebracht?! Und warum hält uns Herr Gabriel für ähnlich dämlich wie die FDP mit ihrem damaligen „Projekt18“. Oder wollte er uns auf diese etwas ungeschickte Art öffentlich klar machen, dass der nächste Kanzlerkandidat von SPD und Grünen gemeinsam ausgesucht wird?! Dies war jedenfalls in der Millionenstadt Köln ein rot/grünes Erfolgsmodell und brachte im letzten Herbst Jürgen Roters als neuen Oberbürgermeister ins Rathaus.

By the way: „Bionade“, die Limonade mit Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau, wurde in einer kleinen, vom Niedergang in den 90er Jahren betroffenen Familien-Brauerei in der hessischen Rhön entwickelt. Nach anfänglichen, mühsamen Aufbau-Prozessen in regionalen Vertriebswegen boomte der Betrieb durch das neue Bio-Produkt enorm. Mittlerweile ist „Bionade“ zu einem der bundesweiten Marktführer bei Erfrischungs-Getränken geworden. Vermutlich wollte uns Gabriel sagen, dass er für Bündnis90/Grüne ähnliche Perspektiven sieht.

Prost! Euer Arndt

28Sep

Pressemitteilung: Rot-Grün wird das Sozialticket landesweit unterstützen

Liebe Leserinnen und Leser,

anbei meine heutige Pressemitteilung zur Sozialticket-Entscheidung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR):

Einführung des Sozialtickets im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR)

Klocke: Rot-Grün wird das Sozialticket landesweit unterstützen

Zu den heutigen Presseveröffentlichungen zur geplanten Einführung eines flächendeckenden Tarifangebotes für das Sozialticket im VRR zum 01. Juni 2011, erklärt Arndt Klocke MdL verkehrspolitischer Sprecher:

„Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Anstrengungen für die Einführung eines flächendeckenden Sozialtickets im Bereich des VRR jetzt erfolgreich zum Abschluss gebracht worden sind. Von Seiten des Landes werden wir unsere Zusage, ab dem Haushaltsjahr 2011 für die Einführung von Sozialtickets in den Verkehrsverbünden des Landes insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, einhalten. Im Unterschied zur Bundesregierung sehen wir für die einkommensschwächsten Bürgerinnen und Bürger unseres Landes einen echten Handlungsbedarf, um die Teilhabe an der Gesellschaft durch ein entsprechendes Mobilitätsangebot in Bussen und Bahnen sicherzustellen.“

27Sep

Mit dabei beim Mentoring Programm 2010/11

In den kommenden Monaten wird mich Arzu Durmus bei der politischen Arbeit begleiten. Sie ist Teilnehmerin des neuen Mentoring-Programms der Böll-Stiftung NRW. In den kommenden Monaten bilden wir beide ein sogenanntes „Tandem“. Im regelmäßigen Austausch unterstütze ich Arzu Durmus dabei ihr Projektvorhaben voranzubringen. Sie möchte die Beteiligung von Frauen an der aktiven politischen Mitarbeit in ihrem Grünen Kreisverband Oberberg deutlich steigern. Als ersten Schritt haben wir jetzt in den Räumen der Böll-Stiftung in Düsseldorf einen „Projekt-Vertrag“ geschlossen, indem die verschiedenen Schritte skizziert wurden. Anschließen hat meine Mentee mir erstmals bei meiner politischen Arbeit „über die Schulter geschaut“ und an einer Sitzung des Landtags-Verkehrsausschusses teilgenommen.

http://www.boell-nrw.de/web/demokratie-gesellschaft-411.html

23Sep

Ein Grüner im Rotlicht

Die Headline muss ich wohl erklären: Am gestrigen Tag des Ehrenamtes veranstaltete die Caritas im Erzbistum Köln einen Sozialtag für den Landtag. Die Abgeordneten erhielten so die Gelegenheit in einer Vielzahl unterschiedlichster karitativer Einrichtungen einen Einblick in die sozialen Tätigkeiten der Caritas zu gewinnen und vor Ort selbst mitanzufassen.

Ich habe mich für einen Besuch des Beratungscontainers des Café MäcUp am Kölner Straßenstrich an der Geestemünder Straße entschieden. Dort habe ich an die Frauen Kaffee ausgeschenkt und Brötchen geschmiert. Grüne Kondome habe ich natürlich auch mitgebracht und verteilt (Foto). Mir wurde berichtet, dass es dort noch immer Freier gibt, die ungeschützten Verkehr verlangen. Für mich in Zeiten von HIV und Co. absolut unverständlich. Dementsprechend groß war dann auch das Interesse der Frauen an den grünen Gummis.

Der Sozialdienst katholischer Frauen bietet mit der Einrichtung eine Anlaufstelle, die Prostituierten die Möglichkeit bietet, sich in der kalten Jahreszeit aufzuwärmen, ins Gespräch zu kommen, und auch Zugang zu den Sozialdienstleistungen der Caritas zu erhalten, in erster Linien zu niedrigschwelliger Beratung, medizinischen und sozialen Hilfestellungen. Täglich besuchen etwa 50 bis 60 Frauen das MäcUp, das während der Öffnungszeiten mit zwei StreetworkerInnen besetzt ist. Jede Frau bekommt dort pro Tag bis zu drei Kondomen kostenlos.

Die Verlagerung des Straßenstrichs vom Reichsberger Platz in der Innenstadt an die Geestemünder Straße im Jahr 2001 ist ein Erfolg. Besonders die Sicherheit der Prostituierten konnte durch den Schritt erhöht werden. Bei einer Besichtigung der sog. Verrichtungsboxen konnte ich mich davon auch persönlich überzeugen. Dort gibt es Notklingeln und sanitäre Anlagen in einem geschützten Bereich.

Also eine richtige und wichtige Arbeit des Sozialdienstes. Für mich eine interessante Erfahrung, neue Eindrücke und die Erkenntnis, dass ich wohl doch noch nicht jede Kölner Ecke kannte…

Hier ein Artikel zur Aktion in der Internet-Zeitung report-k und dort noch mehr Infos zum Projekt.

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