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Verkehr

 

 

28Sep

Plenarrede zum “Eisernen Rhein”

Liebe Freundinnen und Freunde,

wegen des großen Interesses am aktuell gewordenen Thema “Eiserner Rhein” ist folgt die Abschrift meiner heutigen Rede: 

Arndt Klocke (GRÜNE): Danke. – Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir waren vor zwei Wochen mit dem Verkehrsausschuss in den Niederlanden und haben uns dort sowohl in Rotterdam die Zweite Maasvlakte als auch die geplanten Containerhubs an der deutsch-niederländischen Grenze angeschaut.

Klar ist, dass es in den nächsten Jahren zu einem immensen Zuwachs im Güterverkehr, im Containerverkehr kommen wird. Das, was wir heute auf den Straßen haben, ist zum Teil nur ein Klacks im Vergleich zu dem, was wir in zehn, 15 Jahren zu erwarten haben. Deswegen ist klar, dass bei dem Projekt Eiserner Rhein der Stillstand, den es in den letzten vier bis fünf Jahren bei dem Projekt gegeben hat, beendet werden muss. Von daher ist es gut, dass heute die Debatte geführt wird.

Das Projekt braucht Schwung, sonst werden wir in den nächsten Jahren auf den Autobahnen von Lkws überrollt werden. Das bedeutet mehr Lärm, mehr Schadstoffe und mehr Stau auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Deswegen ist es gut, dass eine Allianz zusammengefunden hat, die vielleicht etwas ungewöhnlich ist, in dem Fall Rot-Grün mit der FDP. Ein Dank geht an Christof Rasche, der dieses Thema in den letzten Wochen und Monaten mit vorangetrieben hat.

Wir wollen, dass Schwung in das Projekt Eiserner Rhein kommt. Aber wir wissen: Bevor ein erster Zug auf dieser Strecke fahren wird, werden noch viele Jahre ins Land gehen. Wir sind am Anfang, aber wir wollen, dass dieses Projekt in den nächsten Jahren vorangetrieben wird.

Das Problem ist – Jochen Ott hat es eben klar angesprochen – die Haltung der Bundesregierung bei diesem Projekt. In der nächsten Woche soll ein interessanter Schulterschluss geübt werden – auch das hat Jochen Ott eben angesprochen –: Zusammen mit der Bahn, den Niederlanden und Belgien soll der Zug aufs Abstellgleis geschoben werden. Wir wissen alle: Die historische Trasse ist die Null-Variante. Die historische Trasse wird nie realisiert werden, unter anderem deswegen, weil sie durch ein Naturschutzgebiet führen würde.

Wer heute beim Eisernen Rhein auf die historische Trasse setzt, setzt darauf, dass dieses Projekt nie umgesetzt, nie realisiert wird.
(Beifall von den GRÜNEN, von der SPD und von der FDP)

Und das gilt es zu verhindern. Da geht es auch über Parteigrenzen hinweg darum, dass die NRW-Interessen deutlich hervorgehoben werden, in diesem Fall gegen die Planungen der Bundesregierung. Die Landesregierung ist aufgefordert, wenn wir heute diesen Beschluss hier fassen, möglichst schnell in Berlin zu intervenieren, das deutlich zu machen, damit die Bundesregierung nicht gegen die Interessen des größten und verkehrsreichsten Bundeslandes handelt. Ich bitte den Minister, wenn wir den Beschluss heute fassen, entsprechend aktiv zu werden.

Denn es gibt diese unheilige Nordallianz in Berlin – die gab es aber auch schon in vorherigen Bundesregierungen –, in der die Interessen der norddeutschen Bundesländern, der norddeutschen Seehäfen, aber im Verkehrsbereich auch der süddeutschen Bundesländer, insbesondere beim Schienentrassenbau, deutlich Priorität vor allem haben, was aus Nordrhein-Westfalen kommt. Das muss sich in den nächsten Monaten und Jahren dringend verändern, sehr geehrte Damen und Herren.
(Beifall von Sören Link [SPD])

Für uns Grüne ist klar: Die Planung braucht eine neue Trasse, nicht die historische Trasse. Wir werden in diesem Zusammenhang die A 52-Variante sehr ernsthaft prüfen.

Zeitungsberichte, die man heute oder gestern lesen konnte, wonach die A-52-Trasse kurz vor dem Bau stehe, sind nicht richtig. Ich bitte alle Kollegen, die ernsthaft Interesse haben, dass der Eiserne Rhein realisiert wird, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.
Uns Grünen geht es auch darum, ausreichend Bürgerbeteiligung am Niederrhein herzustellen, damit die Leute, die von einem Neubau einer Trasse betroffen wären, ausreichend gehört werden. Wir brauchen keine Planung à la Stuttgart 21 in diesem Bereich an diesem Punkt in Nordrhein-Westfalen.
(Beifall von den GRÜNEN)

Wir wollen im Vorhinein die Leute einbeziehen und nicht erst dann, wenn der Bau kurz bevorsteht und Leute protestieren, sodass dann alles wieder zurückgeholt werden muss.
(Zuruf von Dr. Stefan Berger [CDU])

-Ja, protestieren, das verstehen Sie nicht, Herr Berger. Das haben Sie in Ihrem Leben wahrscheinlich noch nie gemacht. Aber in Stuttgart haben es die Leute zu Hunderttausenden gemacht. Was das für Ihre Landesregierung bedeutet hat, das haben wir bei der Landtagswahl im Frühjahr gesehen.
(Beifall von den GRÜNEN)

Ich freue mich, dass die CDU an diesem Punkt zur Vernunft gekommen ist. In der Ausschusssitzung in der letzten Woche sah das zunächst anders aus. Da gab es einen Entschließungsantrag vonseiten der CDU, in dem Rot-Grün eine ideologische Verkehrspolitik vorgeworfen wird. Ideologisch ist in dem Zusammenhang, wenn man darauf setzt, dass man Schienenverkehr und Wasserverkehr fördert.
(Zuruf von Armin Laschet [CDU])

Da ist es sehr interessant, dass Sie – ich habe es Ihnen im Ausschuss vorgetragen – genau diese Punkte in Ihrem eigenen schwarz-gelben Koalitionsvertrag auf Bundesebene festgeschrieben haben. Sie setzen prioritär darauf, dass Güterverkehr auf Schiene und Wasserstraße umgelegt werden soll. Im Ausschuss haben Sie letzte Woche etwas ganz anderes erklärt. Gut, Schwamm drüber. Das ist jetzt ja auch schon eine Woche her.  Sie haben uns heute einen Entschließungsantrag vorgelegt, dessen Punkt 1 SPD und Grüne auf jeden Fall zustimmen können, nämlich dass der Landtagsbeschluss von 2007 prioritär weiterverfolgt werden soll.
(Beifall von der CDU)

Ich finde, das ist ein gutes Signal; denn damit ist klar, dass das Parlament – die Fraktionen – zusammenarbeitet. Wir haben ein Interesse daran, dass Bewegung in das Projekt kommt. Das ist wichtiger als irgendein parteipolitischer Kleinkram. Deshalb finde ich es gut, dass wir das heute hier zusammen beschließen können.
Meine Redezeit ist zu Ende. – Ich danke für die Aufmerksamkeit.
(Beifall von den GRÜNEN)

Abstimmungsergebnis: SPD, GRÜNE, FDP, Linke und zwei CDU-Abgeordnete votierten für einen entsprechenden Eilantrag von SPD und Grünen.

Den Antrag ist <hier zu finden>

22Sep

PM: Vorstellung der weiteren Planung zu den NRW-Straßenbauprojekten

Eines vorab, hier der Link Kreisrundbrief zum Straßenbau NRW

In ihrer heutigen Pressekonferenz haben der Verkehrsminister Harry Voigtsberger und der parlamentarische Staatssekretär Horst Becker die weiteren Planungen zu den NRW-Straßenbauprojekten vorgestellt.

Erstmalig habe ein Verkehrsminister in NRW in den unüberschaubaren Wust an Straßenplanungen in NRW Ordnung gebracht, erklärte Rainer Schmeltzer, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Der schwarz-gelbe Planungswahnsinn mit örtlichen Unsicherheiten im Verfahren habe künftig ein Ende. Die rot-grüne Inventur deckt auf, dass ungefähr die Hälfte der Landesstraßenprojekte derzeit einen Sinn macht und nun vorrangig weiter geplant werden kann. Alleine hierfür sind die Finanzmittel für die nächsten 10 Jahre gebunden. Bei den weiteren Projekten wird die Planung fortgesetzt, so dass in den nächsten Jahren faktengestützt über den weiteren Realisierungsfortschritt entschieden werden kann. Den Kommunen sowie den Nutzerinnen und Nutzern gebe man dadurch Planungssicherheit statt leerer Versprechungen.

Arndt Klocke führt weiter aus: „Es war mehr als überfällig die Straßenbaupolitik ehrlich zu machen. Alleine die Kosten für die Planung der beauftragten aber unnötigen und oftmals unrealistische Planungen von Schwarz-Gelb haben beim landeseigenen Betrieb Straßen.NRW ein jährliches Defizit von ca. 51 Millionen Euro erzeugt. Ein „Weiter-so“ ist in Zeiten, in denen der Bund massiv die Infrastrukturzahlungen zurückfährt und die Haushaltslage des Landes sehr angespannt ist, unverantwortlich. Wenn wir ab dem Jahr 2013 Ernst machen können mit einem deutlichen Vorrang von Erhaltung vor Neubau ist dies ein wichtiger Schritt die Straßen in Nordrhein-Westfalen zukunftsfest zu machen.“

 

16Sep

PM Klocke: Lärmschutz und wirtschaftliche Interessen auf Augenhöhe – UPS muss nun auch dringend in leisere Flugzeuge investieren

Zu den aktuellen Meldungen, wonach UPS sein Sortierzentrum auf dem Köln/Bonner-Flughafen erweitert, erklärt in einer Pressemitteilung Arndt Klocke MdL, verkehrspolitischer Sprecher:

„Eine solche Investition ist sicherlich reizvoll für den Erhalt der Arbeitsplätze am Flughafen Köln/ Bonn. Aus unserer Sicht muss zwingend damit einhergehen, dass UPS auch in die Lärmminderung investiert. Dazu gehört es insbesondere, dass die rund um den Flughafen Köln/ Bonn in der Nacht sehr lauten und sehr störenden dreistrahligen MD-11 aus der Nacht herausgenommen und durch leisere Flugzeuge ersetzt werden.

UPS ist – genauso wie FedEx und andere Luftfrachtunternehmen – aufgefordert, dies baldmöglichst umzusetzen und beispielsweise die B777 anstatt der MD-11 einzusetzen. Damit würde UPS ein Beispiel geben, wirtschaftliche Interessen und Lärmschutz auf Augenhöhe zu behandeln.

Wir werden dies intensiv begleiten und uns dafür einsetzen, dass bei dem bis 2030 bestandsgeschützten Frachtflug in der Nacht durch eine Lärmminderungsplanung Verbesserung für die anliegende Bevölkerung zustande kommt. Eine dieser Verbesserungen muss der Verzicht auf Passagierflüge in der Nacht zwischen und 0 und 5 Uhr sein.“

23Aug

PM: Wir wollen Ramsauers Monstertrucks nicht

Klocke: Wir wollen Ramsauers Monstertrucks nicht
 
Gegenwärtig wird erneut über die Zulassung sogenannter Gigaliner auf deutschen Straßen diskutiert. Diese 25 Meter langen und bis zu 60 Tonnen schweren LKWs sollen nach Auffassung von Bundesminister Ramsauer (CSU) künftig gegen den Willen der Ländermehrheit im Bundesrat über eine Ausnahmeverordnung auf die Straße gebracht werden. Dazu erklärt Arndt Klocke MdL, verkehrspolitischer Sprecher:

„Alles spricht gegen Monstertrucks auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen. Sie sind eine Gefährdung für alle anderen Verkehrsteilnehmerinnen und –teilnehmer. Sie schaden der Umwelt und verursachen massive Straßen- und Brückenschäden. Deshalb hat sich NRW gemeinsam mit der Mehrheit der Bundesländer gegen einen geplanten Feldversuch ausgesprochen.
Wir warnen Bundesverkehrsminister Ramsauer dringend davor, den Willen des Bundesrats auszuhebeln und mit einer rechtlich äußerst fragwürdigen Ausnahmeverordnung einfach Fakten durchzudrücken.

Ziel von Rot-Grün in NRW ist es, mehr Gütertransport von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Hier aber blockiert Ramsauer den längst überfälligen Ausbau der Betuwe-Linie und des Eisernen Rheins und will stattdessen mehrere Milliarden Euro beim Umbau des Stuttgarter Bahnhofs versenken. Es ist ein Offenbarungseid, wenn Schwarz-Gelb in Berlin die Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene nun klammheimlich aufgibt und stattdessen immer größere Lastwagen auf die Straße schicken will.
Fast amüsant mutet die heutige Beschwerde der niedersächsischen FDP an, das NRW-Verkehrsministerium habe nach der Landtagswahl seine Haltung zu Gigalinern geändert. Selbstverständlich hat NRW seine Haltung geändert, denn dafür haben die Menschen im Land mit der letzten Landtagswahl gesorgt. SPD und Grüne stehen für eine umweltgerechte Güterverkehrspolitik. Einen bundesweiten Modellversuch für Gigaliner lehnen wir ab und halten am Beschluss der Verkehrsministerkonferenz aus dem Jahre 2007 fest. So steht es auch im Koalitionsvertrag.

Ramsauer soll endlich das Geld für dringend benötigte Schieneninfrastrukturprojekte in NRW bereitstellen. Seine Monstertrucks kann er behalten.“

Foto: Allianz Pro Schiene

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